Freilichtspiel am Belvedere 2010 

"Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen." (Max Reinhardt)

Das Stück

„Jedermann“
Spiel vom Sterben des reichen Mannes
von Hugo von Hofmannsthal

Sie dachten, Geld ist ein sanftes Ruhekissen?
Doch was, wenn plötzlich der Tag der Abrechnung kommt:
Jedermann wähnt sich sicher in seiner Welt des Geldes, Glanzes und Glamours, bei seiner Buhlschaft, seinen Verwandten und Freunden und mit seinem Mammon. Bis Gott seinen Boten den Tod schickt.

Dann beginnt das Spiel oder die Geschichte des reichen Mannes. Die Geschichte des Ende eines prallen Lebens, vom Rausch zum Alptraum - davon erzählt das mittelalterliche Mysterienspiel "Everyman".
Und Hugo von Hofmannsthal hat es zusammen mit Max Reinhardt zum wohl berühmtesten Freilichtstück auf deutschsprachigen Bühnen gemacht. Kommen Sie mit uns auf eine Reise durch Leben und Tod...

Die Presse

BNN, 22. Juni 2010:
"Jedermann" leidet unter freiem Himmel
Koralle eröffnet Open-Air-Saison am Belvedere



Der Film

Unser Medienteam Martin Besinger und Jenny Schnatterbeck hat bei den letzten Proben vorbeigeschaut und einen kurzen Film erstellt. Let's swing:


"Jedermann" - Film (wmv-Datei, Windows-Media-Player erforderlich)

"Jedermann" - Film (mp4-Datei, Quick-Time-Player erforderlich)



Der Autor - die Bearbeitung

Hugo von Hofmannsthal
Traditionalist der Moderne

Geboren 1874 in Wien wuchs Hugo von Hofmannsthal im Milieu der gesellschaftlichen Oberklasse auf. Das Einzelkind erlernte fünf Sprachen, begeisterte sich schnell für Literatur und Philosophie - er hatte alles, was einen sogenannten „Frühreifen“ ausmachte. Schon zu Schulzeiten hatte er Kontakt zu etlichen anderen auch heute noch renommierten geistigen Größen - zu seinem Bekanntenkreis zählten die Dramatiker Ibsen, Hauptmann und vor allem Schnitzler, aber auch der Lyriker Stefan George hatte es ihm besonders angetan. Er bestärkte den gerade 17- jährigen, Gedichte zu verfassen und zu veröffentlichen, auch die kritische Aufnahme der Schriften Friedrich Nietzsches nimmt einen enormen Stellenwert im Gesamtwerk der beiden ein. Wie vom Vater gewünscht schloss Hofmannsthal das Gymnasium mit einer exzellenten Matura ab und begann ein Jurastudium, die Promotion erfolgte im Jahr 1898, die Habilitation drei Jahre später. Obwohl er eine Professorenstelle in Aussicht gehabt hätte, entschied er sich letztlich aber für ein Leben als freier Schriftsteller- zumal der Kontakt zur literarischen Welt nie ganz abgebrochen war; im Gegenteil- zu der Reihe an illustren Schriftstellern, die zu seinem Freundeskreis zählten, gesellten sich die noch jungen Zöglinge der Moderne: Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, der Komponist Richard Strauss und der Theaterregisseur Max Reinhardt. Mit letzterem begann eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit auf die die Uraufführung des „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen, wo er bis heute Jahr für Jahr inszeniert wird.
Hofmannsthal starb 1929 im Alter von nur 55 Jahren an einem Schlaganfall - zwei Tage nachdem sich sein 26- jähriger Sohn Franz erschossen hatte.


Die Regie - das Team 

Beate Schmidt-Gärtner, Regisseurin, ist bereits seit knapp 30 Jahren MItglied der Theatergruppe "Die Koralle" e.V. Bruchsal. Neben dem Spiel auf der Bühne zeichnete sie bereits für etliche Produktionen im Hofsaal und im Theater im Riff verantwortlich. Zuletzt führte sie Regie bei den Märchen "Eine kleine Entführung aus dem Serail" und "Brüderchen und Schwesterchen". Als ausgebildete Theaterpädagogin und erfahrene Amateurschauspielerin (zuletzt als "La Poncia" in "Bernarda Albas Haus") ist die Bühne ihr zweites Zuhause. Ihre Liebe zur Musik wird auch in ihren Inszenierungen immer wieder deutlich.

Marcus Joos, Co-Regisseur/Produktionsleitung und Künstlerischer Leiter der Koralle, hat sich dem Bruchsaler Publikum bisher mit zwei erfolgreichen Produktionen auf der Bühne im Riff präsentiert ("Auftritt Dona Margarida" und "Bernarda Albas Haus"). "Jedermann" ist seine erste Freilicht-Regie, wo er zusammen mit Beate Schmidt-Gärtner ein klassisches Stück mit aktuellem Bezug in heute verständlichen Bildern präsentieren möchte. Die Zusammenarbeit des Regie-Teams ist bestens erprobt und die Vorbereitungen zur Produktion laufen bereits seit über einem Jahr.


Die Termine

Sa 19. Juni (Premiere)
So 20. Juni

Fr 25. Juni
Sa 26. Juni
So 27. Juni

Fr 02. Juli
Sa 03. Juli
So 04. Juli (zum letzten Mal)

jeweils 20.30 Uhr am Belvedere im Stadtgarten Bruchsal


Eintritt: 10,- € und 7,- € (ermäßigt)


Vorverkauf: Buchhandlung "Der Club" Bertelsmann Bruchsal, Kaiserstr. 37
und unter kartenreservierung@diekoralle.de


Der Weg zur Inszenierung

Jede Inszenierung ist ein neues Wagnis. Bei der diesjährigen Freilichtinszenierung ging die Koralle neue Wege in der Erarbeitung. Durch die Herausforderung des Werkes motiviert, holte sich die Mannschaft rund um Beate Schmidt-Gärtner und Marcus Joos Verstärkung. Anke Siefken (Schauspielerin und immer wieder als solche Gast bei der Badischen Landesbühne und anderen Theatern) begleitete mit einer Sprachschulung ein Stück des Weges. Ob beim Grundlagentraining oder dem Training um den Rhythmus des Textes zu erfassen: alle Akteure hatten Spass und waren mit Begeisterung bei der Sache.


Mit Spannung bitte: der dicke Vetter (Karl-Heinz Mosthav) beim Training mit Anke Siefken

Der zweite Höhepunkt im Probenprozess war das verlängerte Probenwochenende in Morgental im Schwarzwald. Ohne Handy-Netz war die Konzentration auf die Arbeit am Stück ein Leichtes. Probezeiten von acht Stunden wie bei den Profis waren keine Seltenheit. Ein Sprung in das Schwimmbad oder ein gemütlicher Ausklang in der Sauna nach getaner Arbeit, ließen die Tage wie im Flug vergehen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - und zwar ab 19. Juni am Belvedere Bruchsal!


Die Förderer

Das Freilichtspiel am Belvedere wird von vielen Förderern unterstützt und ermöglicht:



       Stadt Bruchsal


        Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den
        Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.
 

 
         Atelier für Creativ-Gestaltung Bruchsal

         Gerüstbau Debatin

         Bäckerei Kircher

         Firma hhp - Home Health Products

Vielen Dank für die Unterstützung!

Wenn Sie auch unsere Arbeit unterstützen möchten, dann schauen Sie doch mal unter der Rubrik "Fördern!" nach - dort erhalten Sie alle Informationen.



Der Ort - die Bühne

Das Belvedere ist ein ehemaliges fürstbischöfliches Schießhaus in Bruchsal.
Im Jahr 1719 beschloss Fürstbischof Hugo Damian von Schönborn, seine Residenz von Speyer nach Bruchsal zu verlegen.
Nach dem Bau des barocken Schlosses Bruchsal im Tal, ließ Fürstbischof Christoph Freiherr von Hutten auf dem Steinsberg, einem Hügel oberhalb des Schlossbereichs, ein Wasserreservoir zur Versorgung der Brunnen im Schlossgarten und im Stadtgebiet anlegen. Über dem Reservoir ließ er ein Lustschlösschen errichten, das zwischen 1756 und 1761 noch mit einem Schießhaus ergänzt wurde. Wegen der schönen Aussicht auf die Stadt nannten die Bruchsaler dieses Schießhaus nach einiger Zeit „Belvedere“. Umgeben ist das Schlösschen von einem rund 3 ha großen Park mit alten Baumbeständen. Auf dem Platz des Reservoirs steht heute das "Reservegebäude" das vom Schönborn-Gymnasium genutzt wird. In den Jahren von 2001 bis 2003 wurde das Belvedere komplett saniert, heute wird es wieder als Aufführungsort für Theater und Konzerte genutzt und der dahinterliegende Kastanienplatz dient als Festplatz.



Wer Bruchsal noch nicht kennt und sich einen Überblick verschaffen möchte, der darf sich gerne etwas Zeit nehmen für einen kleinen Rundgang durch Bruchsal. Wir haben eine kleine Tour mit wichtigen touristischen Punkten zusammengestellt. Start und Ziel ist das Belvedere. Reisen Sie einfach nachmittags an, genießen Sie mit uns die Aussicht vom Belvedere, spazieren Sie durch unsere wunderschöne Stadt am Rande der Hügel des Kraichgaus, erleben Sie die kulinarischen Köstlichkeiten des Kraichgaus und beenden Sie den Tag in einer lauen Sommernacht mit einer einmaligen Freilichtproduktion des Bruchsaler Amateurtheaters „DIE KORALLE“ e.V. auf der wohl schönsten Freilichtbühne der Region – Viel Vergnügen!

Hier können Sie demnächst unsere kleine Bruchsal-Tour herunterladen und ausdrucken.

Wenn Sie zurückkommen, haben bereits viele Mitwirkende das Belvedere in eine Freilichtbühne mit einzigartigem Flair verwandelt.
Seit 1971 dient das Belvedere als Kulisse für das Freilichtspiel des Amateurtheaters „DIE KORALLE“ e.V. Bruchsal. So manche Sommernacht wurde hier bereits zum Traum, Räuber und andere seltsame Gesellen trieben ihr Unwesen im Stadtpark und auch der ein oder andere Kampf der Geschlechter wurde hier gefochten. Shakespeare, Molière und Nestroy sind beliebte Autoren von Komödien für unterhaltsame Freilichtproduktionen. Auch Auftragsarbeiten oder Bearbeitungen großer Weltliteratur sind vor der Kulisse zu sehen.

Bereits eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen lädt eine Bar ein, sich einzustimmen. Mit Snacks und einem Sekt gestärkt kann man ab 20.30 Uhr den Sommer-Theater-Abend so richtig genießen.


Herzlich willkommen im Stadtgarten Bruchsal - der Freilichtbühne mit Charme!


Die Vorschau

Ab dem 18. Juni 2011 feiern wir mit Ihnen drei Wochen lang:

40 Jahre Freilichtspiele am Belvedere

mit einer neuen Inszenierung und vielen Überraschungen.
Wir freuen uns schon heute auf Sie. Und bis dahin bieten wir Ihnen eine ganze Spielzeit lang das passende Vorprogramm in Ihrem Theater im Riff!