„Die Koralle“ – Jahrgang 1965
Seit über 40 Jahren bereichert das Amateurtheater „Die Koralle“ das kulturelle Spektrum der Stadt Bruchsal. Erste Auftritte der „Spielschar der katholischen Jugend“ erfolgten im kirchlichen Rahmen vor 1965. Lesen Sie hier die Kritik unseres ersten Theaterstücks aus dem Jahre 1965. Unter Initiator Hermann Bischoff wandelte sie sich in jenem Jahr zum Verein „Amateurtheater Die Koralle“ um. Bald wurden nicht nur in Bruchsal, sondern auch an auswärtigen Spielorten Koralle-Inszenierungen angeboten. Kulissenfahrzeug war der offene Pritschen-LKW der Gärtnerei Klotz. Geprobt und gespielt wurde zunächst im Pfarrsaal unter der Josefskirche, später im Pfarrsaal von St. Peter.
Ein Meilenstein für die Freizeitmimen war die Fertigstellung der Bühne im Hofpfarrsaal 1970. Seither fanden dort viele Aufführungen statt, vor allem Märcheninszenierungen zur Winterzeit. Eine weitere bedeutsame Entwicklung brachte das Jahr 1971 mit dem ersten Freilichtspiel am Belvedere, Shakespeares Komödie „Zwei Herren aus Verona“. Fast jedes Jahr gab es dort eine Neuinszenierung, vorwiegend aus der heiteren Bühnenklassik.

Seit 1979 ist die Koralle mobil durch ein eigenes Kulissenfahrzeug. Die knallrote Lackierung mit weißem Emblem in Form des Logos, dem nostalgischen Schriftzug auf Plakaten und Drucksachen, macht auf die Bruchsaler Theateramateure aufmerksam.
Einige Gründungsmitglieder sind immer noch mit dabei. „Kostümbildnerin“ Elisabeth Rieger ist für den üppigen Kleiderfundus zuständig, Albert Häcker ist Licht- und Tontechniker von Anfang an, zusätzlich „Riff-Hausmeister und Fahrzeugwart". 16 Jahre führte Hermann Bischoff „seine“ Koralle und inszenierte viele Stücke. Ihm folgte für 24 Jahre Manfred Rieger als Leiter, Regisseur und Darsteller. Von 2005 bis 2009 leitete Hildegard Tröndle die Vereinsgeschicke, ebenfalls ein Koralle-Urgestein. Inzwischen führt Mike Pfeff den Verein in eine gute und spannende Zukunft. Jung geblieben ist der Verein die ganze Zeit, da stets Nachwuchsdarstellerinnen und Mimen sich in Rollen und Bühnenaufgaben versuchten und teilweise blieben. Bald auch in Form von Kindern aus „Koralle-Ehen“, die nicht nur bei Märchen gern singen, tanzen und eifrig mitspielen, sondern längst in allen Bereichen Rollen verkörpern.
Mindestens drei Neuinszenierungen stehen mittlerweile alljährlich an. Zahlreich sind die Stücke aller Genres, die auf die Bühnenbretter gestellt wurden. Nicht mehr zu zählen sind die Proben, Auftritte und Einsätze der Theatertruppe vor Ort und bei Gastspielreisen. Dazu kamen als Besonderheiten Bühnenstücke, die eigens für die Koralle geschrieben wurden, so der Schwank über den Bruchsaler Lokalhelden „Graf Kuno“, ein Geschenk von Hermann Bischoff und Stefan Schuhmacher zum Silberjubiläum (1990/91) oder „Der Freiheitstraum vor Gericht“ (1998), eine städtische Auftragsarbeit von Franz Csiky zur 1848/49er Revolution in Bruchsal. Besonders viel Shakespeare gab es schon zu sehen und ebenso viel Molière oder Nestroy. Daneben stehen etliche Bearbeitungen von Prosatexten oder Neufassungen von bekannten Bühnenstoffen. Etwa das Freilichtspiel 2005 „Esmeralda“ nach Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“, aus der Feder des 2005 jung verstorbenen Koralle-Mitgliedes Peter Weinobst
Zwei Premieren an einem Tag, das gab es bei der Koralle in vier Jahrzehnten noch nie. Der runde Geburtstag machte es möglich. Nachmittags gab es das Stück für das Grundschulalter „Du bist ein Indianer, Hannes“ nach Janosch, das sich zum echten Renner entwickelte. Am Abend erfreute die turbulente Produktion „Krach in Chioggia“ (nach Goldoni) das Publikum.
Seit 2003 proben und spielen die Korallen im aufwändig umgebauten Vereinszentrum „Theater im „Riff“, oberhalb vom Sancta Maria, zwischen Friedhofstraße und Eggerten. Hier laufen zusätzlich Sondervorstellungen und Fremdveranstaltungen, da die Räumlichkeiten zu mieten oder Koralle-Aufführungen dort käuflich sind. Gastspiele gibt es überdies. Auch Musikalisches wird im beliebten Bühnenambiente „mit Tuchfühlung“ geboten. Die „Rodhausband“, das „Allerlei Duo“ aus Kraichtal und „Gwindessenz“ sind illustre Namen mit magnetischer Wirkung. Lesungen und Jazztime ergänzen das vielfältige Kleinkunstangebot. Die Webseite „www.diekoralle.de“ bringt aktuelle Informationen über den Spielplan und Wissenswertes rund um das „Riff“ in jedes Wohnzimmer.
Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. und von der Stadt Bruchsal
Wir sind MItglied im Landesverband Amateurtheater Baden- Württemberg e.V., im Verband Deutscher Freilichtbühnen e.V. (VDF) und im Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT) |


